[22.01.17] Turbostaat im Bollwerk 107, Moers

Bevor es heute Abend zum nächsten Turbostaat-Konzert in Köln in der Live Music Hall geht, möchte ich hier kurz noch ein paar Worte zur Show letzten Sonntag in Moers verlieren.

Moers. Wusstet ihr, dass es in Moers einen Club gibt? Ich wusste das nicht, aber als ich das Bollwerk dann gesehen habe, hat es auch irgendwie dorthin gepasst. Gleich in der Nähe vom Bahnhof, sozusagen im „Stadtzentrum“. Das ganze hatte eine angeschlossene Bar oder ein Café oder whatsoever, irgendwie sah es ganz nett aus. Hat mich ein bisschen an das naTo in Leipzig erinnert.

Nach dem das Konzert in Stuttgart am Tag zuvor, wie bereits hier beschrieben, so ein Reinfall war, war das Bollwerk in Moers sehr angenehm klein und nicht bis zum Anschlag gefüllt – was vermutlich auf den Sonntag zurückzuführen ist.

Als Vorband hatten sich Gloom Sleeper aus Bielefeld angekündigt. Kannte ich bis dahin zwar nicht, stellten sich aber doch als gut hörbar heraus, auch wenn es nicht das war, was ich als Vorband von Turbostaat erwarten würde – ich denke da eben mehr an Bands, wie Hey Ruin oder wie heute in Köln eben Love A. Um es einmal kurz zu sagen: ich denke da eher an deutschsprachige Bands.

Aber anyways, ich war ja doch wegen Turbostaat da, nachdem ich mich dann doch gegen die (hochverlegte) Show von Touché Amoré in Köln entschieden hatte.

Über ein Konzert von Turbostaat muss ich ja aber eigentlich gar nicht mehr viel Worte verlieren. Das hat seinen ganz eigenen Flair – und ich hasse dieses Wort, aber mir fällt kein anderes ein. Das Licht von hinten – ein bisschen, wie auf dem Cover von Abalnia -, Sänger Jan, der oft nicht einmal frontal in Richtung des Publikums steht. Das und noch viel mehr macht für mich Turbostaat aus. Dazu die Setlist, die mir diesmal deutlich besser gefiel, als auf der Show im Aachener Musikbunker. Insel als zweiten Song zu spielen war ja doch eher so semiclever.

Dementsprechend war die Setlist für mein persönliches Empfinden beinahe perfekt. Abgesehen davon, dass Schwan gefehlt hat. Mhpf, aber naja, das eine Mal verzeihe ich.

Das soll es jetzt aber auch mit meinem Gedankenwirrwarr zum Konzert in Moers gewesen sein, denn eigentlich wollte ich doch nur sagen, wie großartig es war. Und wie sehr ich Turbostaat liebe und wie sehr mein Herz daran hängt.

Lieblingskonzerte 2016.

Ich habe im Jahr 2016 sage und schreibe 76 Konzerte und Festivals besucht. Das sind wesentlich mehr, als in all den Jahren zuvor, seitdem ich angefangen habe, regelmäßig (exzessiv) Konzerte zu besuchen. Da fällt es mir jetzt am Ende des Jahres umso schwerer, mich für die besten zu entscheiden. Denn jedes war ja auf seine Art und Weise gut – zumindest fällt mir auf Anhieb keine Show ein, die so richtig kacke war.

Aber trotzdem möchte ich das Jahr rekapitulieren lassen in Form meiner Konzerthighlights.

  1. FJORT

    Ob es die Tour Anfang des Jahres war, die kleinen oder großen Festivals im Sommer oder die Herbstreise – ich habe FJORT in diesem Jahr 34 Mal gesehen und kann wirklich nicht eine einzige Show herauspicken und sagen, dass sie besser, als alle anderen war. Da wurde in Hamburg und in Karlsruhe in Geburtstage reingefeiert. Es gab Aktionen wie Jennis und meinen Spontantrip nach Braunschweig und nach Horb am Neckar. Es gab 784 Bier und soviele wunderschöne Erinnerungen.

  2. 29.06.2016 – Frank Turner & The Sleeping Souls – Bonn, Brückenforum

    Auch Frank Turner durfte ich in diesem Jahr zum ersten Mal live sehen – und dann noch ein paar Mal mehr. Das Konzert in Bonn habe ich einfach nur ausgewählt, weil mir die Setlist am besten gefallen hat. Wegen Tell Tale Signs und weil, hach.

  3. 11.06.2016 – Turbostaat – Koblenz, Circus Maximus

    Ich habe Turbostaat endlich, endlich live gesehen, nachdem ich viel zu lange nie ein Ticket bekommen habe. Der Circus Maximus war die perfekte Location dafür und alles war großartig.

  4. 12.11.2016 – Captain Planet – Gebäude 9, Köln

    Diese Band wird für immer mein Herz besitzen und deshalb war ich umso glücklicher, als ich noch ein Ticket für das bereits ausverkaufte Konzert bekommen konnte.

  5. 5.08.2016 – Kettcar & Adam Angst – Knust, Hamburg

    Ich habe zum ersten Mal Kettcar live gesehen und das auch noch in Hamburg. Mehr muss ich nicht sagen, oder?

  6. 25.09.2016 – Heisskalt – Das Bett, Frankfurt

    Auch Heisskalt durfte ich dieses Jahr des öfteren sehen und es war so wunderbar. Genauso, wie das Album, das in diesem Jahr rausgekommen ist, waren auch die Shows sehr intensiv. Ehrlich gesagt hatte ich das nach dem ersten Album kaum erwartet.

  7. 22.07.2016 – Love A – Oettinger Villa, Darmstadt

    Das war vermutlich das wärmste Konzert diesen Jahres und ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr so richtig, wie wir das eigentlich bis zum Ende ausgehalten haben.

  8. 23.08.2016 – Thrice – Live Music Hall, Köln

    Okay, das war auch ziemlich warm. So warm, dass ich eigentlich nicht viel vom Konzert gesehen habe, aber irgendwie war es doch alles schön und erinnerungswert.

  9. 20.11.2016 – Tancred & Into It. Over It. – Mono Café, Glasgow

    Ich war dieses Jahr in Schottland und weil ich IIOI in Köln nicht sehen konnte, sind wir kurzerhand nach Glasgow gefahren und hatten einen wunderbaren Abend. Außerdem habe ich mein Herz an Tancred verloren.

  10. 10.04.2016 – Adam Angst – Stahlwerk, Düsseldorf

    Auch diese Show steht nur stellvertretend für alle Adam Angst Shows, die ich dieses Jahr wieder gesehen habe. Es war wie immer wunderbar!

Lieblingsalben 2016.

Heute liste ich hier, ganz typisch für das Ende des Jahres, Kram (Musik) auf, die mir in diesem Jahr viel Freude bereitet hat. Manche hab ich das eine oder andere Mal auch live hören können, aber dazu wird es vielleicht noch einen zweiten Beitrag geben.
Ich habe also tatsächlich 10 aus ich-weiß-nicht-wievielen-Alben auswählen können und das sind sie.

  1. Fjort – Kontakt

    Das kam jetzt vermutlich nicht überraschend, aber für mich ist Kontakt ein Album, das mich konstant über das ganze Jahr hinweg begleitet hat, seitdem es im Januar rausgekommen ist. Ob auf Platte oder live. Das war immer dabei.

  2. Turbostaat – Abalonia

    Nachdem ich kein allzu großer Fan von „Stadt der Angst“ war, hat sich das mit Abalonia glücklicherweise geändert. Ebenfalls im Januar rausgekommen, hat es mich aber doch ein bisschen Überwindung und Zeit gekostet, es endlich anzuhören. Seitdem war es allerdings Liebe.

  3. Moose Blood – Blush

    Das ist eine dieser Bands, die ich erst in diesem Jahr für mich entdeckt habe (es werden allerdings noch eine Handvoll solcher Bands folgen) und gleich für fantastisch befunden habe. Gerade Songs wie die Single Knuckles oder Pastel höre ich sehr, sehr gerne – und eigentlich zwinge ich mich nur, nicht alle 10 Songs aufzulisten.

  4. Heisskalt – Vom Wissen und Wollen

    Meine einzige Frage zu diesem Album ist: Wie kann Musik so viele traumatische Erlebnisse an die Oberfläche bringen?

  5. Rob Lynch – Baby, I’m a runaway

    Lange erwartet, ist es dieses Jahr endlich soweit gewesen! Nach drei Jahren (glaube ich?) das zweite Album von Rob Lynch. Wunderbar, fantastisch, so wie ich es mir erhofft hatte.

  6. Captain Planet – Ein Ende

    Eine Band, die mich jetzt seit vier Jahren begleitet – seitdem das Vorgängeralbum Treibeis erschien. Und diesen Vorgänger werde ich immer mit wichtigen Dingen in Verbindung bringen, die in meinem Leben passiert sind, aber Ein Ende gehört durchaus zu meinen Highlights. Mir gefällt einfach, wie Captain Planet ihre ganz eigene Art von Songs haben. Ich glaube, das könnte ich immer erkennen.

  7. Brian Fallon – Painkillers

    Ich war nie großer Fan von The Gaslight Anthem. Ehrlich gesagt, so gar nicht. Das Soloalbum von Brian Fallon finde ich aber auch einfach ganz anders und wunderbar. Songs wie Honey Magnolia oder A Wonderful Life mag ich sehr, sehr gerne.

  8. Apologies, I have none – Pharmacie

    Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, abgesehen davon, dass es wie erwartet großartig ist.

  9. Basement – Promise Everything

    Das ist wieder eine dieser Bands, die ich erst dieses Jahr für mich entdeckt habe. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob Promise Everything nicht sogar das Debüt war, aber das ist ja auch egal. Es ist es auf jeden Fall wert das eine oder andere Mal (mehr) gehört zu werden!

  10. John Allen – Ghosts

    Manchmal tauchen Alben oder Künstler in den Empfehlungen bei Spotify auf, die man zwar nicht kennt, aber einfach anhören muss. So war das auch mit John Allen. Und das war gut zu, denn schon der erste Song Good Times hat mich emotional kaputt gemacht.

Außerhalb der Wertung befindet sich für mich dann noch Laufenlassen von Liedfett, aus dem einfachen Grund, dass ich es erst so spät in diesem Jahr gehört habe (vor 2 Wochen ..) und ich es gerne eigentlich unter den ersten zehn Alben eingeordnet hätte, aber naja. Irgendwie auch nicht.

Trotzdem möchte ich jedem, der die Band oder das Album noch nicht kennt, dieses ganz dringend ans Herz legen.

Late Night Tunes #1

In letzter Zeit liegt der Blog hier wirklich flach. Naja, nicht wirklich, aber irgendwie fällt es mir schwer, über die Dinge zu bloggen, die im Moment eigentlich auf meiner Liste stehen – als allererstes natürlich immer noch der Bericht zu den beiden Frank Turner Konzerten im Januar. Da ich aber doch Lust habe, irgendetwas zu schreiben, jetzt halt ein kleines neues Format.

Denn Musik hören ist momentan irgendwie das einzige, was ich auf die Reihe bekomme ..

Bestes Album

Allein das ist schon eine ziemlich schwierige Entscheidung, da zuletzt zwei Alben rausgekommen sind, die ich wirklich sehr, sehr gerne höre und über die ich mich auch sehr gefreut habe. Letztendlich würde ich mich aber wohl doch (immer) für Turbostaat entscheiden, weil sie mich auch schon eine ganze Weile begleiten. Am 29. Januar kam das aktuella Album Abalonia raus und nach einigen wenigen Anlaufschwierigkeiten bin ich nun wirklich sehr verliebt darin. Allein für einen Song namens „Die Arschgesichter“. An dieser Stelle kann ich wirklich nur sagen: Hört das! Sofort!

Beste Neuentdeckung

(1)

Dieses Album ist nicht neu im Sinne von „neu auf dem Markt“ sondern eher „neu in meinem Musikkosmos“. Ich rede hier von Pale Horses von mewithoutYou, welches letztes Jahr erschienen ist und sich eher im Hardcorebereich bewegt. Für mich immer irgendwie ein schwieriges Thema, da ich Musik dieses Genres nur ganz beschränkt gut finden kann oder eben auf Dauer hören kann – oder zumindest war es bisher immer so. Zumindest, wenn ich mir angucke, was für tolle Songs auf diesem Album sind („D-Minor“, „Lilac Queen“, „Rainbow Signs“).

The other night I dreamt I was finally out of college
In my own pair of sandals, I had turned into my father

(Rainbow Signs)

(2)

Dass das mit diesem Genre und mir vielleicht doch noch etwas wird, merkt man vielleicht daran, dass nachfolgender Song sich wohl ebenfalls dort einreihen würde, würde man es denn darauf anlegen. Ich spreche von Life Less Ordinary von The Bronx aus ihrem vierten Album.

Von der Band gehört hab ich zum ersten Mal, da sie mit Frank Carter & The Rattlesnakes auf Tour waren. Außerdem ist eine Band, die ihre vier Alben alle gleich benannt hat doch schon irgendwie interessant.

Größte Überraschung

Okay, ich habe genau ein Problem, mit dem ich in den seltensten Fällen umgehen kann beim Musik hören und das sind weibliche Sänger. Ich weiß selbst nicht, warum, aber wenn ich darüber nachdenke höre ich eigentlich keine Band regelmäßig, die über eine Sängerin verfügt. Ich bin mir sogar relativ sicher, dass sich keine eben solche Band in meiner Plattensammlung befindet ..

Als ich allerdings irgendwann in den letzten Wochen in den Mix der Woche bei Spotify reinhörte, stieß ich auf Daddy’s Girl von Shawny Sanders und in diesen Song bin ich seitdem eben doch ein bisschen verliebt, auch wenn es in meinem Empfinden sogar ziemlich poppig ist.

Für’s Herz

Okay, diesen Song habe ich gestern ganz zufällig im Radio gehört, als ich wieder nach Hause gefahren bin und eigentlich würde ich sowas NIEMALS HÖREN. Und vielleicht schäme ich mich auch ein bisschen dafür, aber naja. Hat mir halt doch ganz gut gefallen. Ich lasse es unkommentiert und hinterlasse einen kleinen Link zum Video ..

Mal wieder ausgegraben

Vor ein paar Jahren habe ich mich musikalisch gesehen noch in eher anderen Bereichen bewegt und ein paar dieser Songs entdecke ich auch heute immer mal wieder neu für mich. In letzter Zeit war das ganz besonders Angel von Judas Priest, was meiner Meinung nach eine ziemlich schöne Ballade ist.

Bei diesen fünf Punkten will ich es an dieser Stelle auch erst einmal belassen und bis zum nächsten Monat fleißig weiter sammeln.