[21.01.2017] Jahreseröffnungskonzert Heisskalt

Oder: warum das Konzertjahr für mich nicht schlechter hätte beginnen können.

Letzten Samstag ging es für mich nach Stuttgart. Heisskalt sollten zusammen mit FJORT (und Van Holzen) als Vorband im Stuttgarter LKA Longhorn spielen. Da ich also FJORT schon seit Anfang November nicht mehr gesehen hatte, musste dieses Konzert also sein und ich hatte mich auch wirklich riesig gefreut.

Jetzt, vier Tage danach, bin ich immer noch erschüttert darüber, wie das Konzert im Endeffekt abgelaufen ist und wie wenig wohl ich mich dort gefühlt habe. Das ist für mich eine einigermaßen neue Erkenntnis, zumindest in diesem Ausmaß, da Konzerte im Großen und Ganzen immer eine Art Wohlfühlort für mich waren.

Dass das Heisskalt-Publikum mir nicht wirklich zusagt, hatte ich schon auf den Shows im Oktober mitbekommen. Da mir die Musik und vor allem das aktuelle Album allerdings so wichtig sind, habe ich gerne darüber hinweggesehen und versucht, mich einfach ein bisschen aus dem großen Pulk rauszuhalten.

Am Samstag war das für mich in dieser Form aber nicht mehr möglich, auch wenn ich eher am Rand stand. Das sollte man bei dieser großen Location nicht erwarten, vor allem im Gegensatz zur Weststadthalle (Essen) oder dem Gloria (Köln), die ja doch noch kleiner sind.

Leider habe ich wenig vom FJORT-Auftritt mitbekommen, da ich erstens rein gar nichts sehen konnte und zweitens die meiste Zeit damit beschäftigt war, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen oder mich herumschubsen zu lassen. Der Pogo, der rücksichtsloserweise zu jedem einzelnen Song von FJORT angezettelt wurde, hat mich dazu noch immer weiter an den Rand gedrängt, sodass ich irgendwann einfach in einem 90°-Winkel zur Bühne stand, ohne eine große Chance, das irgendwie wieder zu ändern. Und nur, um es gesagt zu haben. Ich habe nichts gegen Pogo, ab und an genieße ich das selbst auch wirklich gerne, aber wenn ich die Songs der Band vielleicht nicht kenne, fange ich nicht schon zu den ersten Klängen eines Songs an, einen Kreis zu formen. Manche Songs sind vielleicht einfach nicht dazu gemacht. Mir persönlich nimmt das dann die Ernsthaftigkeit des Songs und ich kann das dann nicht genießen, obwohl ich vielleicht sehr viel mit dem Song verbinde und ihn gerne live höre.

Außerdem möchte ich als Jemand, der sich an diesem Tag dazu entschieden hat, außerhalb zu stehen und eben nicht direkt in der Mitte, nicht in diesen Pogo mit hereingezogen zu werden oder die ganze Zeit weggedrückt werden. Das lenkt mich vom Konzert ab und verhindert, dass ich es wirklich genießen kann (und dafür habe ich schließlich für mich persönlich sehr viel Geld bezahlt).

Wenn dazu dann noch kommt, dass ich aus nicht ersichtlichen Gründen brutal umgelaufen und herumgeschubst werde, dann ist das etwas, was mich dazu veranlasst, in Zukunft darüber nachzudenken, ob ich überhaupt noch Geld für Konzerte von Heisskalt ausgeben möchte und ob ich die Gefahr eingehen will, dass es einfach wieder so sein wird. Diese Situation wiegt sich aus meiner Sicht nicht damit auf, dass ich die Show sehen konnte und ich möchte sowas nicht nochmal erleben.

Und wenn ich sehe, dass jemand, der locker zwei Köpfe größer ist als ich und dem ich Platz gemacht habe, weil ich davon ausging, dass er einfach vorbeigeht, einfach vor mir stehen bleibt und darin kein Problem für mich sieht, dann finde ich das rücksichtslos. Wenn Menschen andauernd von der einen zur anderen Stelle rennt – während der Show – um Smalltalk zu machen, dann verstehe ich das nicht. Dann stört mich das.

Und ganz ehrlich. Es ist kein Beinbruch, auf solch großen Shows ein bisschen mehr Rücksicht zu nehmen. Dann nimmt das niemandem seinen Spaß an der Show.