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„Wichtiger als müssen, ist immer noch das wollen ..“ // ADAM ANGST und KMPFSPRT im Oktober

Nach der letzten Festivalshow, die Annika und ich von Adam Angst im Sommer in Hürth sahen, hatten wir ziemlich schnell Karten für die Tour im Oktober zusammen mit KMPFSPRT bestellt. Zunächst nur für die beiden Konzerte in Münster und Essen. Nach einiger Überlegung dann auch für die Show in Trier, weil das von Bonn aus ja gar nicht mal so weit weg ist, wie wir feststellen mussten, und für Bremen, weil es an einem Freitag war. Für mich folgten dann irgendwie auch noch Karten für die restlichen 6 Shows – wenn die beiden Lieblingsbands zusammen auf Tour gehen muss man das doch ausnutzen, oder? ODER?!

Den großen Teil der ersten Woche kann man sehr gut bei Annika nachlesen. Außerdem muss ich nach Jena leider ein bisschen die rechte Hand schonen – immerhin ruft die Uni auch schon wieder.

Auf den zehn Konzerten der Tour habe ich auf jeden Fall ein paar wundervolle Clubs und kleine Hallen überall in Deutschland verstreut kennengelernt. Einer der Favoriten war dabei der vermutlich am weitesten entfernte Club: das Conne Island in Leipzig. Vielleicht liegt diese spontane Vorliebe aber auch daran, dass am Vortag der Tourauftakt in Trier im Mergener Hof stattfand. Eine Art Kellerclub, der mir gar nicht mal so sehr zugesagt hat. Vor allem die mir bis dahin vollkommen unbekannten Youth Man aus England sagten mir in diesem Rahmen gar nicht zu, weil der Sound einfach nicht allzu gut war (runde Decke, wuhu?!). Schon nach Leipzig folgte dann aber auch mein kleiner Heavy Rain Ohrwurm – ein Phänomen, das sich während dieser knapp 14 Tage noch häufig wiederholen sollte.

Generell wurden viele unterschiedliche Veranstaltungsorte bespielt. Von den kleineren Locations in Münster (Gleiss 22) oder der Tower in Bremen, hin zu kleinen Hallen, wie der Weststadthalle in Essen oder der Kranhalle in München.

In meinem persönlichen Ranking waren mir die kleinen Clubs immer die liebsten, was aber durchaus nicht heißen soll, dass es in Essen oder in München nicht voll gewesen wäre.

Nach einem kurzen Umbau betraten dann auch KMPFSPRT die Bühne. Auch die Band aus Köln hab ich schon öfter sehen können – bisher allerdings leider immer nur im größeren Rahmen als Support für Jennifer Rostock und Casper. Ich muss nach den Clubshows jetzt auch ganz ehrlich sagen, dass es mir so im Kleinen viel besser gefallen hat – vielleicht aber auch einfach aus dem Grund, weil sie in diesem Rahmen bekannter waren, als bei den größeren Shows.

Die Setlist war mit Halt.Nein.Anders – mein absoluter Herzenssong – und Staubsaugerlunge, sowie Nachtsicht auch mit meinen liebsten Songs bestückt. Auch wenn ich mich nicht über Theorie der guten Chance beschwert hätte.

In der Setlist gab es dann aber auch noch zwei ganz neue Songs zu hören, die erst auf dem neuen Album im nächsten Jahr erscheinen werden: Intervention und Ich hör die Single nicht. Besonders zweiterer hat es mir angetan und schwirrt mir jetzt schon in regelmäßigen Abständen durch den Kopf. Mein Ohrwurm und ich finden es übrigens überhaupt nicht in Ordnung, Ich hör die Single nicht erst nächstes Jahr so richtig hören so können. Besonders großartig fand ich allerdings, die neuen Songs jeden Abend anzusagen, indem man das Publikum darum bat, sich KMPFSPRT als Guns N‘ Roses/Bon Jovi/Queen vorzustellen und in ähnliche Jubelstürme auszubrechen.

Mit Mr Big lief ja nicht so gut, aber darüber will ich hier auch gar nicht weiter reden.

Im Anschluss folgten dann auch nach einer weiteren Umbaupause – wie soll es anders sein – Adam Angst. Die Pause wurde aber allein schon durch eine ziemlich geschmackvolle Playlist mit unter anderem Alles Gut von Heisskalt und Pennen bei Glufke von Turbostaat versüßt. Die absolute Überraschung war allerdings Monty Pythons Always look on the bright side of life kurz vor dem Beginn der Show, wie gewohnt mit Jesus Christus. Die Show der Band zeigt wie immer, wie sehr sie sich selbst über die regelmäßig vollen Clubs freuen. Es wird alles gegeben, auch wenn immer mal wieder angemerkt wird, dass alle schon von Beginn der Tour an bereits krank sind – fällt allerdings gar nicht auf!

Es wird ein Set aus den 11 Songs des Albums gespielt, denn mehr ist ja leider noch nicht da, auch wenn des öfteren danach verlangt wird, einfach noch einmal von vorne anzufangen (O-Ton: „Wir sind doch nicht Haftbefehl!“)

Im Gegensatz zu den Festivalshows musste bei der Tour auch nicht auf Flieh von hier verzichtet werden und auf Altar konnte man sich auch an jedem Abend freuen. Hier bleibt vor allem die hervorragende Ansage in Erinnerung (O-Ton: „Und jetzt die Mädchen ‚Fick dich, Adam!‘ … Hach ..“)

Besonders wichtig waren allerdings Songs wie Professoren, Splitter von Granaten oder auch KMPFSPRTs Musikdienstverweigerer (ft. Felix Schönfuss). Besonders hier wurde mir deutlich, in welchen Städten Fremdenfeindlichkeit aktuell leider mehr oder weniger Thema ist.

Lieblingsshow ist und wird wohl die Show in Jena im Kassablanca bleiben. Auch wenn die Stadt an sich für mich ziemlich anstrengend war – nachts durch den Wald laufen wird nicht mein neues Hobby werden – war die Show an sich einfach völlig absurd. Und ein wenig pannenreich mit einer spontan zum letzten Song des KMPFSPRT-Sets aussetzenden Gitarre, sowie einem abhanden gekommenen Gitarrengurt und Schlagzeugproblemen bei Adam Angst. Alles gut und kreativ gelöst worden! Dazu gab es unendlich viele Stagediver und ganz generell einen Abend, der bestimmt sehr lange und hoffentlich immer in Gedanken bleiben wird.

Wäre die Show in Jena der Tourabschluss gewesen, wäre es wohl alles noch ein bisschen fetter gewesen, da im Gegensatz dazu in Bayreuth (im Rahmen des Kneipenfestivals) eben auch sehr viele Leute waren, die beide Bands gar nicht so richtig kannten. Die beiden Auftritte waren wie immer auch in Bayreuth sehr gut, allerdings gefiel mir persönlich der ganze Rahmen nicht allzu gut – drehen in Bayreuth eigentlich alle regelmäßig zum Kneipenfestival einmal im Jahr völlig durch?

Abschließend bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, dass ich mir nichts besseres hätte vorstellen können, als eben diese zehn Konzerte zu besuchen. Es hat sich sehr gelohnt, auch wenn ich wohl vorher noch nie soviel Zeit in Fernbussen oder Zügen verbracht habe – für das nächste Mal hätte ich vorsichtshalber gerne Thrombosestrümpfe und ein Dekubituskissen. Ich hatte allerdings vorher auch noch nie so einen guten Grund, nach Kiel zu fahren. Oder Bremen. Oder, oder, oder …

Zuletzt gilt es dann nur noch zu sagen: Im November geht es weiter – kann man ja schon mal anfangen, sich drauf zu freuen!

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