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Rezension: Flavia de Luce 01 – Mord im Gurkenbeet

Kurzinformationen

Titel: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet

Autor: Alan Bradley

Seiten: 383 Seiten

Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

Verlag: Blanvalet

ISBN: 978-3-442-37624-7

Klappentext

Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt – ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt felsenfest an die Unschuld des Colonels – seine naseweise Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist, hat ihr Vater nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …

Meine Meinung

Mord im Gurkenbeet“ ist der Auftakt einer Reihe rund um Flavia de Luce – ihres Zeichens Giftliebhaberin und Hobbydetektivin. Flavia ist 11 Jahre alt und lebt mit ihren beiden älteren Schwestern Ophelia und Daphne, sowie ihrem Vater, auf einem Anwesen – Buckshaw – auf dem Land. Der Krieg ist erst seit kurzem vorbei. Der Vater beschäftigt sich mit der Philatelie, – keine Sorge, das Wort kannte ich vor der Lektüre auch nicht – also dem Sammeln von Briefmarken, Ophelia betrachtet sich den lieben langen Tag in allem, was ihr Gesicht wiederzuspiegeln vermag und Daphne verschlingt einen Dickens nach dem anderen. Flavia ist es also gewöhnt, sich selbst beschäftigen zu müssen.

So ist es auch überhaupt nicht verwunderlich, dass sie sich gleich dem Rätsel um den Toten im Gurkenbeet annimmt und neben Inspektor Hewitt eigene Nachforschungen anstellt. Dabei bedient sie sich immer wieder ihrem scheinbar endlosen Wissen über die Chemie – wir erinnern uns, Flavia ist 11 Jahre alt.

Alan Bradley schafft es, Flavia eine wunderbare Persönlichkeit einzuhauchen, indem der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Sie behält trotz dessen ihre Kindlichkeit, auch wenn sie wohl einfach nur schräg ist. Ich habe es einfach nur genossen, ihren Gedankengängen zu folgen – irgendwo zwischen angehender Chemikerin und einem Kind, das vielleicht nicht recht weiß, wo sein Platz in der Familie eigentlich ist. Somit verfolgt die Handlung nicht nur das Ziel, den Mörder von Horace Bonepenny ausfindig zu machen, sondern auch die, die, wie Flavia hin und wieder denkt, etwas steife, typisch britische Familie ein bisschen enger zusammen zu treiben.

„Er spielte anscheinend den unverwüstlichen Briten, der durch nichts zu erschüttern ist, und es versetzte mir einen Stich, als ich merkte, dass ich ihn dafür liebte und zugleich verabscheute.“ (S. 181)

Ich bin aber nicht nur von der Figur und dem Charakter Flavia de Luce begeistert. Genauso sehr kann ich auch Begeisterung für alle anderen aufbringen, weil sie für mich einfach schlüssig erscheinen. Vor allem der Gärtner Dogger hat es mir wirklich angetan. Wo ich ihn zunächst noch seltsam und irgendwie angsteinflößend fand – irgendwie auch dachte, dass er etwas mit der ganzen Mordgeschichte zutun haben könnte – war er am Ende wirklich ein liebgewonnener Charakter, der durch seine Treue und die tiefe Freundschaft zu seinem Arbeitgeber, Flavias Vater, auffiel.

Mein Fazit zu diesem Roman ist, dass Alan Bradley durchaus bewiesen hat, dass er die richtigen Figuren an die richtigen Orte bringen kann. Dass er es schafft, den Leser zu fesseln und ihn für die naiven, aber doch erfolgreichen Ermittlungen von Flavia begeistern kann. Als Leser habe ich mich in ihrem Gedanken, ihrem Kopf wohlgefühlt. Mir gefiel es, mir vorzustellen, wie sie die Zeit alleine in ihrem Chemielabor verbracht, oder mit Gladys – ihrem Fahrrad – in das nahegelegene Dorf fährt.

Das einzige, was ich mir glücklicherweise verkniffen habe, ist es, den Klappentext zu lesen. Ich habe ihn hier zwar einmal eingeführt, aber nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich gar nicht so recht sagen, ob ich ihn wirklich passend finde, oder nicht. Einerseits finde ich ihn viel zu lang und andererseits werden die Dinge irgendwie anders beschrieben, als ich es mir in Erinnerung rufen konnte. Mag sein, dass es an meiner Detailverliebtheit liegt

Wenn ihr aber Spannung und Humor gepaart in einem Buch haben wollt, dann spreche ich hiermit eine dringende Leseempfehlung an euch aus! Ich jedenfalls freue mich riesig darüber, dass ich vorsichtshalber schon den zweiten Band der Reihe im Regal stehen habe.

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